Was ich durch Corona lernen durfte…

Was ich durch Corona lernen durfte…

Ein Jahr ist es her, als ich gemeinsam mit zwei Herzensdamen nach Köln gefahren bin. Zur Sessionseröffnung in die Kölner Altstadt. Ja, das war auf meiner persönlichen Bucketliste. Was das ist? Dazu vielleicht an einer anderen Stelle mehr.

Wenn ich die Bilder heute betrachte, erscheint es wie aus einer anderen Welt. Zusammen mit 20000 Menschen zu feiern, kann man sich jetzt in dieser Situation November 2020 kaum mehr vorstellen. Einfach so in den Zug zu sitzen, in ein Hotel einzuchecken und gemütlich mit vielen Menschen in einer Bar zu sitzen auch nicht. Wie so vieles, was heute so Realität geworden ist, auch nicht.

Mir fehlt es sehr. Diese Gesellige, die Leichtigkeit, das laute Singen, das Tanzen, die Musik, die überall aus den Lautsprechern wabert, dieses mit vielen Menschen unterwegs zu sein, um gemeinsam etwas zu feiern. Die Kölner können das ganz prima, das ist auch kein Geheimnis. Wenn ich die Musik vom letzten Jahr anhöre, dann bin ich da wieder…ganz auf dem Kölner Heumarkt. Zwischen all den Jecken. Schunkelnd und singend, weil es zu meiner DNA gehört. Auch wenn ich ein Kind des oberschwäbischen Brauchtums bin.

Corona lehrt mich sehr viel:

  1. Geht euren Wünschen und Träumen nach, dann wenn Sie da sind und verschiebt es nicht. Tut es jetzt. Es gibt manchmal kein später, kein nächstes Jahr, kein in der Rente, kein nach den Kindern, kein wenn ich dann die Kohle hab, kein wenn ich es mit meinem Mann geklärt habe…irgendwann ist es nur noch ein hätte ich nur. Deshalb greift zu, wenn sich die Chancen ergeben. Wenn ihr fühlt, dass es der richtige Zeitpunkt ist und steigt wie ich in den Zug mit tollen Menschen in ein kleines Abenteuer.

2. Nichts ist selbstverständlich, gar nichts. Nehm die Dinge bewußt und dankbar wahr und an, die ihr habt. Menschen, Orte, die Selbstverständlichkeit Reisen zu können, ein Hotel zu buchen, sich mit Menschen zu treffen, auf der Straße zu tanzen, sich in den Armen zu liegen, lauthals mit vielen Menschen zu singen, eng in Kneipen zu schunkeln, sich von Menschen und Ereignissen berühren zu lassen. Freiheit zu spüren, Dinge einfach tun zu können.

3. In einem neuen anderen Normal werde ich die Welt mit anderen Augen sehen. Ich hoffe, ich werde mich daran erinnern. An den November 2020. Wo wir alle auf Abstand waren. Wo es kaum Geselligkeit geben durfte. Wo zwei Haushalte schon eine Massenveranstaltung war. Wo man sich vorsichtig und mit Maske sich bewegte. Wo mein Herz ganz laut nach Leichtigkeit, Singen und Tanzen geschrien hat. Wo ich dankbar war, für das, was überhaupt möglich ist.

Irgendwann werde auch ich wieder unter vielen Menschen stehen, laut singend, schunkelnd, tanzend und mich daran erinnern, wie es damals war…als die Welt für viele viele Augenblicke den Atem angehalten hat. Menschen, die Chance gegeben wurde, ihren Focus zu spüren und zu wissen, welche Dinge, sie auf keinen Fall mehr verschieben werden.

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